täglich von 9 bis 19 Uhr

Lilo Rinkens, GEWÄNDER DES ÜBERGANGS|Georgia Creimer, PSYCHOGENICS V, 2019

Lilo Rinkens, GEWÄNDER DES ÜBERGANGS
Georgia Creimer, PSYCHOGENICS V, 2019

26. November 2020 – Ende Jänner 2021

Lilo Rinkens, Gewänder des Übergangs, 2016, Acryl auf Leinwand, Höhe ca. 280 cm

Lilo Rinkens hat zwei Leinwände mit Titanweiß bestrichen und im nassen Zustand gefaltet. Dann wurde Farbe aufgetragen. Sowohl die Vorderseite als auch die Rückseite ist gestaltet. Die beiden Objekte haben die Form von Kleidern. Eines der Gewänder ist sehr dunkel, tiefes Blau mit roten Akzenten, das andere sehr hell, fast weiß.

Zum ersten Mal waren die beiden Arbeiten vor vier Jahren in der Jesuitenkirche in Wien 1 zu sehen. Nun schweben die Gewänder des Übergangs in der Konzilsgedächtniskirche, so tief, dass sie berührt werden können. Sie sollen nicht fern des Alltäglichen im Unerreichbaren hängen. Denn mit dem hellen und dem dunklen Gewand sind lichte und düstere Seiten des Lebens verbunden. Gewänder begleiten durch Freude und Trauer, sie helfen, Halt zu finden, sie verbergen, schützen und offenbaren zugleich.

Die Kunst von Lilo Rinkens ist außerordentlich still. Bilder mittelgroßen Formats und Zeichnungen zeigen knappe Anmerkungen, Linien und Flecken, inmitten weiter weißer Flächen. Im Vergleich zu diesen Arbeiten sind die beiden Gewandobjekte stark im Ausdruck. Aber auch sie bleiben äußerst zurückhaltend. Zugleich besitzen sie eine Kraft, die im kargen Raum der Konzilsgedächtniskirche eine Resonanz erweckt.

 „Es gibt den besonderen Augenblick, in dem ein Mensch sein Gewand ablegt und ein anderes überstreift. Damit verwandelt er sich für eine Weile, es kann ihm Würde, Schutz oder Kraft geben. Es kann ihn verbergen oder erstrahlen lassen. Er ist für eine Weile ein Anderer. In jedem Gewand wartet aber auch der gerade verlassene oder bereits der zukünftige Zustand.“ (Lilo Rinkens)

In den Geschichten der Bibel habe Gewänder eine außerordentliche Bedeutung. Sie sind Zeichen der Erhöhung und der Erniedrigung: Josef erhält vom Pharao Gewänder aus Byssus (Gen 41,42), dem verlorenen Sohn wird „das beste Gewand“ gebracht  (Lk 15,22), Jesus wird zum Spott ein Prunkgewand umgehängt (Lk 23,11). Gewänder umfangen alle Bereiche des Lebens. Auch heute wird die Braut weiß gekleidet. Bei der Taufe wird ein weißes Kleid überreicht. Gewänder der Trauer sind schwarz. Und jedes Gewand bezeichnet immer auch einen Übergang. 

Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs.

Gustav Schörghofer SJ

Lilo Rinkens wurde 1964 geboren. Sie lebt in München, malt, zeichnet und fotografiert. Studiert hat sie Bildhauerei bei M. Rousselle und Lothar Fischer in München und Berlin, Malerei bei Emilio Vedova in Venedig.  –  www.lilo-rinkens.de

Georgia Creimer, Psychogenics V, 2019

Die Kunst von Georgia Creimer eröffnet ein Reich beständiger Veränderung und Erwartung. Formen werden erfunden und gefunden, gestaltet, von neuem aufgegriffen und verwandelt. Es sind lange und langsame Prozesse, die zu immer neuen Transformationen des Gestalteten führen. Georgia Creimer arbeitet mit Bleistift, Pinsel und Farbstift auf Papier, Leinwand oder Wand. Technische Hilfsmittel wie digitale Bildbearbeitung oder Projektion werden sehr sparsam eingesetzt. So weit entfernt die entstehenden Gebilde auch von der gewohnten Gestalt vertrauter Lebewesen erscheinen mögen, sie haben alle einen engen Bezug zum Körper. Sie sind in gewisser Weise Entfaltungen des Körpers oder Zurücknahmen des Körpers in das noch nicht Entfaltete, ins Verborgene, Geborgene, im Stillen Heranreifende. Durch diese Vorgänge lassen die Gebilde einen Raum entstehen. Sie versammeln ihn um sich oder umfangen ihn. Sie erschaffen einen Raum, der ohne sie nicht vorhanden wäre.

Die Wandmalerei in der Konzilsgedächtniskirche hat ihre Ursprünge in einer Serie pilzartiger Gebilde, die vor zwanzig Jahren entstanden sind. „Ich bedeckte diese Objekte mit kleinen handgezeichneten oder gemalten, rundlich-ovalen Formen. Ich hatte das Gefühl, ich könnte diese Tätigkeit unendlich weiterführen und nannte sie Sisyphus. Ich dachte an selbstgenerierende Strukturen, sowohl in der Natur als auch in der Kunst.“ 2004 wurden diese Zellen in einer Malerei zu einer Art Schacht umgeformt, der an Scheinperspektiven des 17. oder 18. Jahrhunderts erinnert und zehn Jahre später in der Serie Mond im Hof noch einmal verwandelt auftauchen sollte. Die als Psychogenics bezeichneten Arbeiten schließlich entstanden 2012 als Wandmalerei im Stiegenhaus eines Großraumbüros (inzwischen übermalt). „Alle Psychogenics sind für mich so etwas wie räumliche Gebilde, die ständig im Begriff sind sich zu verändern und zu transformieren.“ (Georgia Creimer in einem Mail) Die Psychogenics sind Ansammlungen von zellartigen kreisrunden Gebilden, die beliebig erweiterbar erscheinen, etwas, das wächst, sich entfaltet, wuchert. Sie können flächig kreisrund bleiben oder ins Räumliche perspektivisch verformt werden, einfache Grundformen, die einer unbegrenzt scheinenden Transformation fähig sind. Das schwerelos Schwebende haben sie mit anderen Gebilden in der Kunst von Georgia Creimer gemeinsam.

Psychogenics V in der Konzilsgedächtniskirche erinnert an perspektivische Konstruktionen der Barockzeit oder an kurvige Ornamente des Jugendstils genauso wie an computergenerierte Formen. Die sich ins Räumliche entfaltende Gestalt erinnert an Flügel oder an einen Wasserfall (wie etwa jenem unter der Figur des hl. Nepomuk in der Wiener Franziskanerkirche) oder an einen Zellhaufen. Körperlich erfahren erinnert sie an elementare Vollzüge des Lebens, an Einatmen und Ausatmen. Sie ist elementare Veranschaulichung von Kommunikation, eines Aus-Sich-Herausgehens, Sich-Mitteilens. Sie zeigt etwas sehr Einfaches, das sich in der Entfaltung als unendlich vielfältig erweist. So entsteht Raum als Darstellung von Entgegenkommen.

Die Wandmalerei von Georgia Creimer in der Konzilsgedächtniskirche zeigt, was im Raum dieser Kirche geschieht: Sammlung, Verdichtung, Entfaltung. Ein Einatmen und Ausatmen. Ein Empfangen und Geben. Ein gesammeltes Bei-Sich-Sein und ein freies Aus-Sich-Heraustreten. Es ist jene Bewegung, die einen Raum der Liebe schafft, an dessen Entstehen Gott und Menschen beteiligt sind.

Gustav Schörghofer SJ

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ABSAGE! KONZERT
… ALMOST INVISIBLE …

6. November 2020, 19:30 Uhr

 

PROGRAMM

FRITZ KEIL: QUODLIBET (UA)
SOPHIE REYER: OMOND (UA)
FLORA GEISSELBRECHT: ALMOST INVISIBLE WIRE SCULPTURES
RUDOLF HINTERDORFER: ISCHARIOTH (UA)
OLJA JANJUS: NEUES WERK (UA)
AKOS BANLAKY: STREICHQUINTETT OP. 18

 

INTERPRETEN

WISE: WIEN – INTERNATIONAL SOLOISTS ENSEMBLE

ANDREA NIKOLIC, LEITUNG, 1. GEIGE
KATARINA KUTNAR, 2. GEIGE
MARTA POTULSKA, VIOLA
LILIANA KEHAYOVA, VIOLONCELLO
ANA PERCEVIC, VIOLONCELLO
STEVEN SCHESCHAREG, BARITON

 

ORT

KONZILSGEDÄCHTNISKIRCHE
KARDINAL KÖNIG PLATZ
1130 WIEN

 

DREI BITTEN

BEIM BETRETEN DER KIRCHE BITTE EINEN MUND-NASENSCHUTZ ZU NEHMEN UND DEN GEBOTENEN ABSTAND EINHALTEN.
ZUR UNTERSTÜTZUNG DER MUSIKER BITTEN WIR SIE UM EINE GROSSZÜGIGE SPENDE.
ANMELDUNGEN BITTE BEI VERONIKA ZACHERL BIS 6. NOVEMBER 2020 UM 16 UHR.
(E-MAIL: VERONIKA.ZACHERL@A1.NET ODER MOBILTELEFON: +43 699 11441567)

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ADVENT-BESINNUNG VERSCHOBEN

Sonntag, 29. November 2020, 16:30 Uhr

Das Blockflötenquartett Rush Hour kommt zur Besinnung –
eine musikalische Einstimmung auf den Advent

 

MITWIRKENDE

Simone Finster
Eva Kerner
Nina Raschauer
Douglas Deitemyer

Gustav Schörghofer SJ (Texte)

 

PROGRAMM

John Jenkins (1592–1678)
Fantasia

Dizzy Gillespie (1917–1993)
A Night in Tunisia

Christ Samuel Scheidt (1587–1654)
Gelobet seist du, Jesu Christ

Fulvio Caldini (*1959)
Clockwork Toccata

Hans Leo Hassler (1564–1612)
Dixit Maria

Heinrich Isaac (1450–1517)
Palle Palle

Dick Koomans (*1957)
The Jogger

Michael Altenburg (1584–1640)
Wir danken dir, Herr Jesu Christ
Herr Christ, lass leuchten uns dein Stern
(aus „Musicalische Weynacht- und New Jahrs Zierde“, Erfurt 1621)

Es ist ein Kindlein geboren
Die Hirten lagen bei Nacht
Satz: Paul Buis
(Weihnachtslieder aus Holland)

Sören Sieg (*1966)
Kinyongo (Wehmut)
Kinokero (Die Gazelle)
(aus der Afrikanischen Suite No. 4)

 

ORT

KONZILSGEDÄCHTNISKIRCHE
KARDINAL KÖNIG PLATZ
1130 WIEN

 

DREI BITTEN

BEIM BETRETEN DER KIRCHE BITTE EINEN MUND-NASENSCHUTZ ZU NEHMEN UND DEN GEBOTENEN ABSTAND EINHALTEN.
ZUR UNTERSTÜTZUNG DER MUSIKER BITTEN WIR SIE UM EINE GROSSZÜGIGE SPENDE.
ANMELDUNGEN BITTE BEI VERONIKA ZACHERL BIS 29. NOVEMBER 2020 UM 14 UHR.
(E-MAIL: VERONIKA.ZACHERL@A1.NET ODER MOBILTELEFON: +43 699 11441567)

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SABINA HÖRTNER|IN KLAMMER
Jesuitenkunst

SABINA HÖRTNER
IN KLAMMER

Eröffnung am  Mittwoch, dem 11. März 2020 um 19.30 Uhr

in der Konzilsgedächtniskirche

zur Arbeit spricht Gustav Schörghofer SJ

Eucharistiefeier am Sonntag, dem 15. März um 10 Uhr

mit Predigt von Gustav Schörghofer SJ: nicht Wiederkehr, sondern Entgegenkommen

die Arbeit ist ein Jahr lang täglich von 9-19 Uhr bis zu sehen.

Eintritt frei

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KONZERT
>FREISAMKEIT<

7. Oktober 2020, 19:30 Uhr

 

PROGRAMM

JOHANNES BRAHMS: Klarinettenquintett Op. 115

Allegretto
Adagio
Andantino – Presto non assai, ma con sentimento
Con moto (Thema mit Variationen)

ANTONIN DVORAK: Streichquintett Op. 77

Allegro con fuoco – Più mosso
Scherzo. Allegro vivace – Trio. L’istesso tempo, quasi allegretto
Poco andante – L’istesso tempo
Finale. Allegro assai

 

MITWIRKENDE

HANNAH STÖGER  KLARINETTE
KONSTANZE HEINICKE  VIOLINE
MANON STANKOWSKY  VIOLINE
SARAH DRAGOVIC  VIOLA
LUKAS ROTHENFUSSER  VIOLONCELLO
JOHANNES EDER  KONTRABASS

 

ORT

KONZILSGEDÄCHTNISKIRCHE LAINZ
KARDINAL KÖNIG PLATZ
1130 WIEN

 

DREI BITTEN

BEIM BETRETEN DER KIRCHE BITTE EINEN MUND-NASEN-SCHUTZ ZU NEHMEN UND DEN GEBOTENEN ABSTAND EINHALTEN.
ZUR UNTERSTÜTZUNG DER MUSIKER BITTEN WIR SIE UM EINE GROSSZÜGIGE SPENDE.
UM ANMELDUNGEN BEI VERONIKA ZACHERL BIS 7. OKTOBER UM 16:00 UHR WIRD GEBETEN.
(E-MAIL VERONIKA.ZACHERL@A1.NET ODER MOBILTELEFON 0699 11441567)

 

> FREISAMKEIT <

„GANZ ER SELBST SEIN DARF JEDER NUR SOLANGE ER ALLEIN IST: WER ALSO NICHT DIE EINSAMKEIT LIEBT, DER LIEBT AUCH NICHT DIE FREIHEIT: DENN NUR WENN MAN ALLEIN IST, IST MAN FREI.“
Arthur Schopenhauer

ANTONIN DVORAK UND JOHANNES BRAHMS VERBRACHTEN VIELE MOMENTE IHRES SCHAFFENS IN EINSAMKEIT. BEIDE KOMPONISTEN LIESSEN IHRE WERKE IN STILLE ENTSTEHEN, JEDOCH ZEIGEN SICH IHRE DARAUS ENTSTANDEN FREIHEITEN IM TONFALL DER MUSIK UNTERSCHIEDLICH. WÄHREND DVORAK SEINEN GARTEN STUNDENLANG LIEBEVOLL PFLEGTE ODER DEN FORTSCHRITT BESTAUNEND IM BAHNHOF LOKOMOTIVEN BEWUNDERTE, ZOG SICH BRAHMS STILL AUF LANGEN WANDERUNGEN IN DIE BERGE ZURÜCK, UM MIT SEINER UNERFÜLLTEN SEHNSUCHT ALLEIN ZU SEIN.

WIR ALS INTERPRETINNEN KÖNNEN JENE STILLE EINSAMKEIT ZWAR NUR ERAHNEN, ABER MÖCHTEN MIT DER VERBINDUNG ALLER VIER WERKE EINEN PERSÖNLICHEN RAUM DER WAHRNEHMUNG ENTSTEHEN LASSEN, DEN WIR MIT DER KONTAMINATION „FREISAMKEIT“ ZUM TITEL UNSERES KONZERTES GEWÄHLT HABEN.

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