Die Kirche ist rund um die Uhr geöffnet.

KONZERT

19. Juni 2021, 19:30 Uhr

Programm

Ludwig Senfl (1486–1543)
Andreas Anton Schmelzer
Johannes Ockeghem (1410/1425–1497)
Klaus Lang
Guillaume Dufay (1400–1474)
Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704)

 

Mitwirkende

Annelie Gahl  Violine
Barbara Konrad  Violine und Viola
Klaus Lang  Orgel

 

Ort

Konzilsgedächtniskirche
Kardinal-König-Platz
1130 Wien

 

Drei Bitten

Wir bitten Sie, beim Betreten der Kirche eine FFP2-Maske zu tragen und den gebotenen Abstand einzuhalten. Vielen Dank!
Der Eintritt ist frei. Zur Unterstützung der Musiker*innen bitten wir aber um eine großzügige Spende.
Um Anmeldung bis 16 Uhr am Veranstaltungstag bei Veronika Zacherl (Telefon: 0699 11441567, E-Mail: veronika.zacherl@a1.net) wird gebeten.

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FLORIAN SCHAUMBERGER|AHEAD
Florian Schaumberger, „AHEAD II”, Stahl, Höhe 230 cm, 2020

FLORIAN SCHAUMBERGER
AHEAD

26. Mai – 30. September 2021

Drei große Stahlskulpturen von Florian Schaumberger werden bis Ende September 2021 in der Konzilsgedächtniskirche aufgestellt sein: 3 Klang – 3 Männer mit Hut (Eisen geschwärzt, 2018, H 210 cm), AHEAD I und AHEAD II (Stahl, 2020, H 230). Auf drei Weisen werde ich versuchen, einen Zugang zu diesen Skulpturen zu erschließen. Einmal durch den Bezug zur Tradition eines großen Motivs europäischer Bildhauerkunst; dann durch den Bezug zur Tradition österreichischer Bildhauerkunst im 20. Jahrhundert; und zuletzt durch einen Hinweis darauf, was diese Skulpturen in der aktuellen Situation bedeuten könnten.

Das Motiv des aufrecht stehenden Menschen steht bereits am Anfang europäischen Gestaltens. Am Beginn des 1. Jahrtausends vor Christus sind Figuren und Vasen entstanden, die etwas völlig Neues darstellen. Es sind Gestalten, auch die Vasen, die aufrecht und ausgerichtet stehen, frei haben sie Halt in sich selber. Sie verkörpern eine geistige Haltung, die kennzeichnend war für die Gestalten abendländisch europäischer Kunst. Auch nach dem Ende der griechischen Kunst wird das Motiv des aufrechten Stehens in der mittelalterlichen Architektur und Skulptur gestaltet, als Stehen in übergreifenden Zusammenhängen. Diese große Tradition kommt im vergangenen Jahrhundert an ein Ende, doch die von den Figuren verkörperte Haltung lebt auch in den Gestalten von Florian Schaumberger nach.

Der 1962 geborene Bildhauer Florian Schaumberger steht als Schüler von Joannis Avramidis in der Tradition großer österreichischer Bildhauerkunst von Anton Hanak über Fritz Wotruba bis zum Griechen Joannis Avramidis. Alle drei waren im figurativen Gestalten verwurzelt, doch gingen sie mit ihren Gestaltungen einen Weg, der sie weit über das Figurative hinausführte und in das Formen von Architektur mündete. Auf diese Weise verließen sie die bis dahin ununterbrochen fortgeführte Tradition europäischer Bildhauerkunst. Angedeutet findet sich der Bezug zur Architektur bei Anton Hanak nicht in den Bauskulpturen, die es bei ihm auch gibt, sondern in Skulpturen wie Riese oder Baumeister, die das Blockhafte, Gebaute in sich aufnehmen. Bei Wotruba und Avramidis nimmt diese Wendung deutlichere Züge an, indem die Skulptur selber imstande ist, Architektur zu formen. Dabei verlässt sie merkwürdigerweise die enge Beziehung der früheren Skulpturen zur Architektur und wird von allen Bindungen an Tektonisches befreit, fast schwebend und leicht, den Gesetzen der Schwerkraft scheinbar entzogen. Wotruba lässt Blöcke der Kirche auf dem Georgenberg frei hängen, Avramidis stellt Figuren auf den Kopf.

Florian Schaumberger gestaltet in einer Zeit, der eine Bindung an alte Traditionen verloren gegangen ist und die neu ihren Standort finden muss. Notwendige Voraussetzungen dafür sind das Aushalten einer Stille nach dem Ende des Alten und das Innewerden der Gegenwart und seiner Möglichkeit des Neuen. Die Figuren von Florian Schaumberger haben in den letzten Jahren an Einfachheit und Elementarität gewonnen, was sie an Vitalität und Komplexität scheinbar verloren haben. Es sind äußerst reduzierte Gestalten entstanden, deren Proportionen und Rhythmus sehr sorgfältig gestaltet wurden. Ein Betrachter, eine Betrachterin mag meinen, vor fast nichts zu stehen, um dann doch möglicherweise zu entdecken, dass in diesen Gebilden, die ein Form gewordenes Innewerden zeigen, gerade jene Haltung äußerster Konzentration und freien Stehens gestaltet ist, derer wir heute dringend bedürfen.

Gustav Schörghofer SJ

Fratres, 1997, Stahl, 3 Figuren, Höhe ca. 220 cm

Florian Schaumberger hat die meisten seiner Skulpturen aus Formrohren gebaut. Die aus einem einheitlich geformten Grundmaterial zusammengefügten und aufgerichteten Gebilde haben eine Nähe zur Architektur. Schwünge und Gegenschwünge setzen die Skulpturen in Spannung zum Statischen des Gebauten. Die Figuren dringen vor, schwingen sich auf. Das Erbe des Figürlichen, der Bezug zur Gestalt des Menschen, wird stets bewahrt.

Die Fratres stellen ein dramatisches Geschehen zwischen Oben und Unten dar. In diesem Geschehen nehmen sie entschieden ihre Position ein. Jede der Figuren hat ihre Eigenständigkeit und jede trägt auf ihre Weise ein großes Thema europäischer Bildhauerei vor: die aufrechte Haltung, den kühnen Aufschwung, die klare Ausrichtung. Und noch mehr: diese drei Skulpturen bilden eine Gemeinschaft. Was eine jede tut, wird von den anderen mitgetragen. Durch gemeinsame Ausrichtung stellen sie eine Einheit dar. Es ist, als würden sich alle drei nach der gleichen Musik bewegen – eine jede auf eine nur ihr eigentümliche Weise. Mit Demut und Einfachheit begleiten diese Figuren die Menschen, Anspruch und Hilfe zugleich.

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FRIEDEMANN HOFLEHNER|DIE MINARETTE DES HL. ANTONIUS

FRIEDEMANN HOFLEHNER
DIE MINARETTE DES HL. ANTONIUS

3. April 2021 –

Es sind drei Bänder, jeweils 35 cm breit und zwischen 4,20 m und 4 m lang. Die Bänder sind gewebt, die Farben von dunklem Braun bis zum starken Rot in den unterschiedlichsten Tönungen und Übergängen, starke Kontraste finden sich neben sehr zarten Verläufen. Die Motive sind geometrisch, sie folgen in ihrer Ausrichtung an Vertikale und Horizontale dem elementaren Aufbau des Gewebten in Kette und Schuss. Friedemann der Teppichweber, so nannte er sich selber, hat die Arbeiten von 2016 bis 2018 geschaffen. Er nannte den Zyklus „Die Minarette des hl. Antonius“. Gewebt wurden die drei Bänder für Margarita Auer.

Vor zwei Monaten erhielt ich ein Schreiben von Margarita Auer. Für sie hatte Friedemann die drei Bänder gewebt. Nun bot sie mir die Arbeiten an: „Wenn sie Ihnen gefallen, sollten sie an einem Ort der Erneuerung hängen. Wenn Sie so einen kennen oder so einer bei Ihnen ist. Ein Ort, wo der Geist einer neuen Zeit weht. Denn Corona beschleunigt ja diese geistige Entwicklung meiner Meinung nach enorm. Das ist mir gestern schlagartig bewusst geworden, dass das nicht nur irgendein Ort sein kann.“ Die Bänder haben mir sehr gefallen. Die Konzilsgedächtniskirche ist für mich auch ein Ort der Erneuerung, wo der Geist einer neuen Zeit weht. Daher hängen die Bänder nun in unserer Kirche. Sie erinnern uns vielleicht an das Wehen des Geistes.

Margarita Auer hat mir auch einiges zu Friedemann selber mitgeteilt. „Friedemann war ein hochspiritueller Mensch, er hat mich immer an einen Zenmönch erinnert. Seine Werkstatt und Wohnraum war in der Hermanngasse in einer ehemaligen Tabakfabrik. Er hat nie seine Wohnungstür abgesperrt, man konnte jederzeit zu ihm gehen. Er hatte einen großen und bunten Freundeskreis. … Wenn er einmal seine Ruhe haben wollte, hat er einfach an die Tür ein Schild gehängt auf dem stand Matthäuspassion – das haben dann alle gewusst und respektiert. Gewidmet sind die Bänder dem hl. Antonius. Friedemann wusste genau um meine restlose Begeisterung zu diesem Heiligen.“

Friedemann Hoflehner, so sein voller Name, ist am 29. Oktober 2020 gestorben. Aus einem Nachruf (nachzulesen auf der homepage von qwien) habe ich noch einiges über ihn erfahren. Friedemann war homosexuell und bekannte sich offen dazu. Ende der 60er Jahre war er deswegen zu drei Monaten Arbeitshaus und bedingt zu drei Jahren Arrest verurteilt worden. Er kam 1968 nach Wien, schlug sich durch und hat 1973 zur Weberei gefunden. Um 1984 hatte er den Astrologen, Schriftsteller und Aktivisten Robert Blum kennen gelernt. Eine Liebe begann. Robert erkrankte in den frühen 90er Jahren an Aids und starb 1996. „Das Teppichweben wurde für Friedemann zum Lebensmittel, zum Überlebensmittel.“

Auch wegen der persönlichen Geschichte von Friedemann ist es mir sehr wichtig, dass die „Minarette des hl. Antonius“ in unserer Kirche hängen, an einem Ort, wo der Geist weht und Neues entstehen lässt.

Gustav Schörghofer SJ

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SABINA HÖRTNER|IN KLAMMER
Jesuitenkunst

SABINA HÖRTNER
IN KLAMMER

Eröffnung am Mittwoch, dem 11. März 2020 um 19:30 Uhr in der Konzilsgedächtniskirche. Zur Arbeit spricht Gustav Schörghofer SJ

Eucharistiefeier am Sonntag, dem 15. März um 10:00 Uhr
Predigt von Gustav Schörghofer SJ: Nicht Wiederkehr, sondern Entgegenkommen

Die Arbeit ist ein Jahr lang täglich zu sehen. Eintritt frei

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