TO BE IN LIMBO
Eine Installation von Steinbrener / Dempf & Huber

Ein riesiger Felsbrocken scheint in einer Kirche zu schweben. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine sockellose Skulptur, die das Thema Glauben und dessen bedrohlichen Momente visualisiert. Zudem ist „To be in Limbo“ eine Hommage an den surrealistischen Maler René Magritte, der wiederholt schwebende Steine darstellte. Die „Natur außer Rand und Band“ ist ein wiederkehrendes Motiv in den meist im öffentlichen Raum platzierten Arbeiten der Wiener Künstlergruppe Steinbrener/Dempf und Huber.

Was im Zeitalter von Cut/Copy/Paste als Abbildung für eine simple Fotomontage gehalten werden kann, wird von Steinbrener/Dempf & Huber tatsächlich in Form eines dreidimensionalen Objektes (8 Meter Höhe, 5 Meter Breite und 4 Meter Tiefe) in der Jesuitenkirche, Wien realisiert.

Seit der griechischen Plastik des 6. Jahrhundert v. Chr. ist die schwebende Nike ein wiederkehrendes Motiv. In der Bibliothek von Alexandria etwa gab es Figuren, die in einem Magnetfeld schwebten. Das Schweben wurde im Lauf der Jahrhunderte der Inbegriff der Übernatürlichkeit. Quer durch die Kunstgeschichte bis ins 20. Jahrhundert wurde für Bildhauer die Darstellung des Schwebens zum Nachweis, schweres Material wie Stein und Metall so gekonnt einsetzen zu können, dass die physikalischen Gesetze aufgehoben zu sein schienen. Die Surrealisten stellten diese Gesetze wiederholt in Frage.

In der Jesuitenkirche wirkt der Fels bedrohlich, das spirituelle Moment entwickelt sich hier zur Damokles-artigen Anmutung.