OSWALD AUER

1. Juli 2009 – 5. Juli 2009

Geboren 1970 in Bruneck/Brunico, Italien; Besuch der Künstleranstalt in St. Ulrich in Gröden/Urtjei, Orti sei). 1990-1996 Studium der Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst Wien, und Studium der Philosophie an der Universität Wien; Studienaufenthalte in Osteuropa und Israel. Oswald Auer arbeitet in den Medien Radierung, Zeichnung und Stein. 1997 Georg Eisler Preis, 2002 Theodor Körner Preis. Lebt und arbeitet in Wien.

Dostojewskis Räume stellt eine Serie von Radierungen, eine Serie von Bleistiftzeichnungen und einen Text nebeneinander. Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten, der sich das Medium Zeichnung und der Text bedienen, werden dabei berücksichtigt. Es geht dabei um Relationen einer vergangenen Zeit zur Gegenwart und die Beziehung einer historisch-öffentlichen Figur zu einer privaten Person. Gemeinsam ist den im Buch vereinten Bildabfolgen der stetige Wandel. Dieser vollzieht sich sowohl zeitlich als auch räumlich. Die inhaltliche Aussage wird dabei nicht durch ein einzelnes Bild erzeugt, sondern durch die gesamte Serie. Die Montage und Aneinanderreihung von gefundenen und erfundenen Sujets lässt eine Verwandtschaft zur Struktur des Erzählens erkennen. Wichtig ist auch die deregulierte Beziehung der Werke zum Urheber. Die Doppeldeutigkeit des Begriffs Raum im Titel ist Beabsichtigt. Der Terminus kann sowohl im physischen als auch im metaphorischen Sinn verstanden werden – handelt es sich bei einem Schriftsteller doch immer um einen Erzeuger von imaginären Wirklichkeiten.

Gustav Schörghofer SJ
(in: Welt der Frau)

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