KONSTRUKTION UND WIRKLICHKEIT
Ausstellung zur Wiedereröffnung des Jesuitenfoyers „Konstruktion und Wirklichkeit“ ist weder eine an Motiven orientierte Ausstellung, noch liegt der Akzent auf der Präsentation einzelner Kunstwerke als spezifische Schöpfungen von Künstlerinnen und Künstlern. Es...
CHRISTIAN HUTZINGER
Twins 2
CLEMENS KALETSCH
retour
Manchmal sind es Hügel oder Berge, manchmal Gegenstände, manchmal Figuren, die als durch Farbe und Form fester zusammengefügte Gebilde in den Bildern von Clemens Kaletsch Gestalt annehmen. Die Farbe wird dichter, intensiver, die Striche werden enger und sammeln sich um etwas einem Umriss gleich.
TONI SCHMALE
The good enough mother
Toni Schmales Skulpturen, Performances, Zeichnungen, Animationen, Videos und Interventionen im öffentlichen Raum formulieren eine Kritik an den bestehenden sozialen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Ihr Werk hinterfragt stereotype Geschlechterkonstruktionen und Zuschreibungen. Ihre queer-feministische Sichtweise auf Macht, Kontrolle und Ordnung setzt sie selbstbewusst mit bildhauerischen Mitteln konsequent in Szene.
SEDEF HATAPKAPULU
NO SNOWFLAKES EVER FALLS IN THE WRONG PLACE
Eigentlich war sie Schneewittchen, aber sie wollte lieber Rotkäppchen sein, und so wurde sie Rotkäppchen. Einzelne Teile der Märchen gerieten durcheinander. Schneewittchen hat nämlich einen Liebsten, sie ist erwachsen geworden, und was ihr widerfährt, ist das, was jedem jungen Menschen widerfährt, der sich ins Leben stürzt.
BIRGIT KNOECHL
MOMENTUM MIMESIS
Die Scherenschnitte von Birgit Knoechl eröffnen eine neue Dimension. Scherenschnitte sind traditionell ein abbildendes Medium. Oft überliefern sie zum Beispiel das Aussehen von Personen. Bei Birgit Knoechl ist das anders. Seit langem schneidet sie in Papier, doch ihre Scherenschnitte bilden nichts ab, sondern stellen etwas dar.
GÖTZ BURY
GÖTZ BURYS WUNDERKAMMER – DAS HUHN-EI-PROBLEM
ES IST EIN KREUZ
500 JAHRE EINES ZEICHENS
Das Kreuz ist das Zeichen einer gelebten Beziehung zu Jesus Christus – was sagen Beispiele aus fünf Jahrhunderten über diese Beziehung aus?
VERONIKA DIRNHOFER
WILL YOU GRANT ME GRACE?
Ablagerung über Ablagerung. Der Stalagmit wächst vom Boden auf. Wann ist er vollendet? Das Wasser kann andere Wege gehen, ein Tropfstein kann brechen oder entfernt werden – aber vollendet ist er nie. Jede neue Ablagerung ändert die Gestalt, ohne sie je zur Vollendung zu bringen.
ANDREAS FOGARASI
MODELLE
„Als Künstler frage ich mich, ob meine Tätigkeit irgendetwas mit dem zu tun hat, wofür der Begriff Kultur heute steht. Ich untersuche in meinem Werk die Bedeutung der visuellen Kultur – Kunst, Architektur, Design, Typographie – in unserer Gesellschaft.“
Helmut Krumpel
>EIN DENKMAL<
VIKTORIA TREMMEL
SEELENAPPARAT
DANIEL DOMIG
FULL OF MOON
MARIA HAHNENKAMP
Maria Hahnenkamps Arbeiten beziehen sich seit Beginn an auf psychoanalytische Momente einer bildlichen Wahrnehmung, bei der Aspekte des Begehrens durch eine Reduktion des Dargestellten in den Vordergrund rücken. Diese inhaltliche Komponente zieht sich konsequent durch die Arbeit der Künstlerin und wird stets neu definiert und weiterentwickelt.
BÉATRICE DREUX
MALEREI
Malerei ist das Gestalten einer Fläche mit Farben und Formen. Lange wurde die Fläche als Ausblick auf eine Wirklichkeit gedeutet, einem Fenster gleich. Was zu sehen war, konnte wiedererkannt werden. Vor hundertfünfzig Jahren wurde die Vorstellung eines Ausblicks auf eine Welt jenseits des Bildes aufgegeben.
CATRIN BOLT
Kapital und Interessen, meine Schulden groß und klein werden einst verrechnet sein.
Es ist gar nicht so leicht, die Kunst von Catrin Bolt zu beschreiben. Denn merkwürdigerweise verbirgt sich ihre Kunst hinter vielen Masken. Die von ihr verfertigten Dinge sehen nicht so aus wie Kunst, zumindest nicht auf den ersten Blick. Dass die Fotos karger Landschaften, merkwürdiger Architekturen und ramponierter Viktualien, dass Schriftbänder auf Gehwegen und Orientierungstafeln in der Landschaft, dass Stapel von Möbeln und die Aneinanderreihung weißer Gegenstände im Grünen Kunst sind, das muss einem erst einmal aufgehen.
SAMMLUNG DER JESUITEN
Die Sammlung der Jesuiten in Österreich ist über einen langen Zeitraum gewachsen und besteht aus Kunstwerken, die durch die Initiativen einzelner Patres in den Besitz des Ordens gekommen sind. P. Ladislaus Velics SJ hat um 1900 im Kalksburger Kolleg ein Kabinett christlicher Kunst aufgebaut.
BARBARA EICHHORN
WHAT DO I SEE WHEN I SEE
Sprachen, Spiele, Künste können beherrscht werden. Man spricht korrekt, spielt nach den Regeln, kann zeichnen. Doch das ist erst ein Anfang. Denn jenseits des Beherrschbaren dehnt sich das Reich des Unkontrollierbaren, des Zufälligen.
SIEGFRIED ZAWORKA
EVIDENZINSOLVENZ
Der englische Jesuit und Dichter Gerald Manley Hopkins hat den Begriff inscape geprägt. Gemeint ist damit eine wahrnehmbare Gestalt, die in ihrem Erscheinen auch ihren Sinn zu erkennen gibt. Eine Ausdrucksgestalt. Peter Waterhouse hat den Begriff mit Inbild übersetzt. Der wahrnehmbare Sinn wird intuitiv erfasst, ist nicht als ein Inhalt unabhängig von der Form der Gestalt zu betrachten. Siegfried Zaworka hat einen Sinn für Gestalten, für markante zeichenhafte Gebilde. Seine Kunst schafft Inbilder.
CLEMENS SCHNEIDER
ALGE? IT’S A COLOUR?
PETER HAUENSCHILD
ZEICHNUNGEN
Zwei dicke Zöpfe, das Haupthaar mit ein paar Strichen angedeutet und ein paar Striche für den Kontur des Schädels, sonst nichts. Daneben eine Verdichtung von Strichen. Eine Art Horizont, drei fast senkrechte Strichbündel, unten miteinander verbunden, zwei fast schwarze kreisrunde Flächen, eine Menge horizontaler Parallelen, gerundete und zackige Konturen. Was ist das alles?
NILBAR GÜRES
Das Läuten der Glocke habe ich gehört, noch bevor ich die Frauen kennengelernt habe. Sie lebten schon lange dort, bereits seit tausenddreihundert Jahren. Sie verständigten sich mit Glockenzeichen. Wenn eine in dem riesigen Gebäude gesucht wurde, läutete die Glocke unterschiedliche Signale, je nachdem, wer gesucht wurde und wohin sie kommen sollte.
CHRISTOPH MAYER
FOAM SWALLOWS UNCTION II
Diese Malereien und Skulpturen wirken auf den ersten Blick fremd. Sie machen es einem Betrachter, einer Betrachterin nicht leicht. Warum also sollten sie eine Beziehung zu diesen Werken suchen? Und wenn sie eine Beziehung zu den Kunstwerken von Christoph Mayer finden sollten, bewirkt das etwas im Betrachter, in der Betrachterin? Oder bleibt alles beim Alten?
ELISABETH PLANK
Der Raum formuliert
Elisabeth Plank schafft auf Leinwänden großen Formats einfache und zugleich sehr komplexe Welten. In letzter Zeit ist eine Reihe von Arbeiten entstanden, die rechteckige oder quadratische Farbflächen übereinander und nebeneinander angeordnet zeigen.
JÖRG REISSNER
polyphon
Jörg Reissner erschafft Bilder auf Leinwand und Papier. Alle diese Dinge sind sehr einfach. Flächen werden übereinander gelegt. Zeichen werden gesetzt. Immer wieder Serien, Thema mit Variationen, Durchspielen verschiedener Möglichkeiten. Und daher auch etwas Musikalisches.